Literatur
Auch in der Literatur wurde die Mandragora häufig erwähnt, von Shakespeare über Goethe, bis hin zu Joanne K. Rowling (Harry Potter und die Kammer des Schreckens). In diesem Roman wird die Wurzel der Pflanze als ein häßliches und dreckiges Baby beschrieben, welches beim Rausreißen aus der Erde einen grauenhaften Schrei von sich gibt, was zu folge hat, dass man bei diesem Vorgang gezwungen ist Ohrenschützer zu tragen. Man merkt dabei wie die Alraune auch in der heutigen Zeit als eine der ungewöhnlichsten Pflanzen angesehen wird.
„Charmion…
Eu’r Hoheit?
Ach!
Gib mir Mandragora zu trinken!
Wie?
Dass ich die Kluft der Zeit durchschlafe,
Wo mein Antonius fort ist!”
(Shakespeare, Antonius und Cleopatra, 1, 5)
„Da stehen sie umher und staunen
Vertrauen nicht dem hohen Fund,
Der eine faselt von Alraunen,
Der andre von dem schwarzen Hund.“
(Goethe, Faust II; v 4977-4980)
„Die klügsten Waldgeister sind die Alräunchen,
Langbärtige Männlein mit kurzen Beinchen,
Ein fingerlanges Greisengeschlecht,
Woher sie stammen, man weiß es nicht recht.“
(Heinrich Heine, † 17. Februar 1856)
Doch nicht nur in Romanen und Gedichten wurde die Alraune erwähnt, Ärzte schrieben Umengen an Büchern und Berichten über diese Pflanze. Besonders interessant war sie für die Wissenschaftler im 17., 18. und 19. Jahrhundert.
Aus dem „Kräuterbuch“ von Doktor P.A. Mattiolo, 1563:
“Die Theriakkrämer und Landstreicher haben eine wurtzel feyl getragen, die ist formieret wie ein männle oder weible, haben die leute überredet, sie sey schwerlich zu bekommen, müsse unter dem galgen mit sorglicher mühe ausgegraben werden, dartzu muss man einen schwartzen hund haben, der sie an einem strick ausreise, der gräber aber soll die ohren voll wachs stopffen, denn so er die wurtzel höret schreien, stehe er in gefahr seines lebens. Solch narrenspil und spectra muss man den leuten machen, quia mundus vult decipi (das heisst: da das Volk betrogen werden will). - Das haben sie meisterlich ausgerichtet, gemelte wurtzel theuer verkaufft, als mache sie leute und sonderlich die bezauberten glückselig, die unberhafften weiber fruchtbar, habens alle sambstag mit wein und wasser baden müssen, sauber einwickeln und heymlich halten. Und soll nun der güttige leser wissen, dass solche Alraunwurtzeln ein lauter fabelwerk und gemacht ding sein, denn sie schneiden die brionienwurtz (Zaunrübe | Bryonia diocea), dieweil sie noch frisch sindt, in eines menschen gestalt, stecken gersten oder hirsenkörnlein an die stellen, da sie wöllen haar haben, danach verscharren sie diese geschnitzte wurtzel in sandt, bis aus gemelten körnlein zäserlein wachsen, alsdann graben sie es wiederumb aus und machen sie also fein subtil, als werens haare. Diese büberey hat mir selbs ein Theriaksschryer offenbart, zeigte mir etliche solche geschnitzte wurtzlen und sagte, er hette bissweilen den reichen eine allein für dreissig Dukaten verkaufft.”
Außerdem gibt es auch Comicbücher mit Bezug auf die Alraune, zum Beispiel den gleichnamigen Erotik-Comic von Rochus Hahn, oder „Mandrake, der Zauberer“, der von mehreren Künstlern in Amerika gezeichnet wurde.