Geschichte
Schon in der Bibel wurde die Alraune mehrmals erwähnt, beide Male als eine Pflanze der Fruchtbarkeit. Auch den Ägyptern und Persern war die aphrotisierende Wirkung der Mandragora nicht unbekannt, vor allem wurden bei der Herstellung die Früchte und die Wurzeln der Pflanze verwendet.
In der Antike galt die Alraune, besonders in Griechenland, als eine der mächtigsten Heil- und Liebespflanzen. So war sie der Liebesgöttig Aphrodite geweiht, die auch Mandragoritis genannt wurde. Die richtige Ernte der Alraune war jedoch außergewöhnlich umständlich, neben dem besonderen Abschneiden der Wurzel hatte man die Himmelsrichtung, der man zugewendet war zu beachten (Westen). Ein Helder der dabei singend im Kreis tanzte war ebenfalls notwendig.
Im Mittelalter sollte die Alraune mit Hilfe eines Hundes geerntet werden, als Dünger sollte der Urin oder das Sperma eines Gehängten benutzt worden sein. Auch Menstruationsblut wurde als Dünger mehrmals erwähnt. Die Pflanze, die damals oft als Galgenmännchen oder Drachenpuppe bezeichnet wurde hatte unter einem Galgen zu wachsen.
Später kam die Legende hinzu, dass die Wurzel, die der menschlichen Form so ähnlich war bei der Ernte einen tödlichen Schrei ausstieß. Deshalb mußten die Ohren mit Wachs oder Baumwolle verstopft werden.
Nachdem die Wirkung der Alraune als Glücks- und Geldbringer in Europa bekannt wurde, verkauften viele Gaukler die Wurzel der Zaunrübe, des Wegerichs oder des Knabenkrauts, als Alraunenwurzel. Die Nachfrage war so groß, dass einige Händler verschiedene Wurzeln mit dem Messer nachbearbeiteten um Ähnlichkeiten mit den Alraunenwurzeln herzustellen.
Dabei entwickelte sich auch die Unterscheidung zwischen der weiblichen und männlichen Alraune („Alraun“). Es wurde behauptet, dass die weibliche Alraune runzlige Blätter besitzt und bessere Heilende Wirkung hätte.
Die Mandragora wurde auch als die „Teufelskerze“ bezeichnet, da sie den Erzählungen und Überlieferungen zufolge Nachts leuchtete. Dies kann manchmal, auch wenn seltener tatsächlich der Fall gewesen sein, denn der Tau, der sich mit einem Sekret der Pflanze verbindet reflektiert das Mondlicht, wobei ein „magisch“ aussehendes Schimmern entsteht.